1. Neue Anforderungen im Beruf

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) ist dabei, die Hebammenausbildung zu reformieren, um dem sich verändernden beruflichen Handlungsfeld gerecht zu werden. Darum wurde u.a. von 2008 bis 2011 das Modellprojekt "Richtlinienorientierte Qualitätssicherung in der Hebammenausbildung in NRW" initiiert, an dem als einer der Vorreiter auch die Hebammenschule des BETHESDA Krankenhauses teilgenommen hat. Das Modellprojekt wurde zur Praxis, und die Hebammenschule unterrichtet seitdem nach diesen neuen, verbesserten Grundsätzen.

Die Ausbildung wurde grundlegend neu strukturiert. Theorie und Praxis sind nun deutlich effektiver verzahnt. Die Ausbildung wird damit den neuen Anforderungen an den Beruf gerecht, zum Beispiel im Bereich Prävention (immer mehr Diabetikerinnen, soziale Probleme, Bindungsstörungen etc.), indem sie die Kompetenzen der Schülerinnen gezielt fördert. Durch einen umfassenderen fächerübergreifenden Lehransatz nimmt sie jetzt Themenschwerpunkte und nicht Einzelfächer in den Fokus. Auch die Unterrichtsmethoden haben sich geändert. Lernprozesse wurden neu gestaltet im Sinne eines sozialen, problem-, erfahrungs- und handlungsorientierten Lernens. Fallarbeit nimmt einen großen Raum ein. Dementsprechend werden die Prüfungen kompetenz- und fallorientiert durchgeführt.

Die Ausbildung ist jetzt in vier fächerintegrative Lernbereiche unterteilt:
Lernbereich I: "Kernaufgaben der Hebammentätigkeit bei regelrechtem Verlauf"
Lernbereich II: "Komplexe Aufgaben der Hebammentätigkeit bei regelwidrigem Verlauf"
Lernbereich III: "Zielgruppen, Institutionen und Rahmenbedingungen von Hebammentätigkeit"
Lernbereich IV: "Ausbildungs- und Berufssituation von Hebammen"

Nähere Informationen gibt es auch beim Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Klicken Sie dazu bitte hier:

2. Ausbildung und ergänzendes Studium
Die Ausbildung wird akademisch anerkannt. ( mit 75 ECTS). Daher ist es möglich, den akademischen Titel Bachelor of Science in Midwifery (B. Sc.) ergänzend zur Grundausbildung zu erwerben, da die Hebammenschule Duisburg zu diesem Zweck seit Januar 2010 mit der Fachhochschule Osnabrück, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften kooperiert.

Die Ausbildung findet dabei weiterhin ausschließlich an der Hebammenschule des BETHESDA statt. Auszubildende mit einer Hochschulzugangsberechtigung und dem zusätzlichen Wunsch nach einem ergänzendem Studium können während der Hebammenausbildung mit einem ersten ausbildungsergänzenden Studienabschnitt in Osnabrück beginnen.

Nach Abschluss der dreijährigen Hebammenausbildung an der Fachschule (mit der staatlichen Prüfung) kann der zweite Studienabschnitt, der zum akademischen Grad "Bachelor of Science in Midwifery" führt, folgen. Mit diesem Aufbau gliedert sich der Studiengang in zwei Studienabschnitte, die zusammen eine Regelstudienzeit von 6 Semestern umfassen. Dieses ergänzende Studium ist eine interessante Möglichkeit, eine anerkannte, etablierte und bewährte Ausbildung mit einem akademischen Abschluss zu verbinden.

Interessierte Bewerberinnen, die ergänzend zur Ausbildung studieren möchten, können sich auch unter
www.wiso.fh-osnabrueck.de/mw-bsc.html informieren.


3. Kooperation mit anderen Hebammenschulen
Seit 2010 kooperiert die Hebammenschule Duisburg mit den Schulen in Wuppertal und Bensberg. In diesem Zusammenhang findet zwei- bis dreimal jährlich die "Wissensinsel" statt, ein eintägiges Seminar für die Schülerinnen dieser drei Schulen. Losgelöst von Prüfungen werden dort Themen behandelt, die in ihrer Tiefe über die regulären Unterrichtsinhalte hinausgehen (wie zum Beispiel das "Empfinden und Berühren" in der Hebammenarbeit). Acuh dem Austausch mit Schülerinnen anderer Schulen kommt dabei ein hoher Stellenwert zu.